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Konzept – "Baustellen"

Ein freies Projekt, das ich in nächster Zeit umsetzen werde, beschäftigt sich mit Baustellen.

Genauer gesagt, fotografiere ich schon eine zeitlang nebenbei Baustellen, auf denen gerade keine Arbeiter zugegen sind – inspiriert von der Arbeit Jim Dows, der in England leere Clubs der High Society abgelichtet hat.

Alle meine Konzepte beginnen mit einer simplen Grundlage: Ein Thema, das mich gerade interessiert, eine Situation, die ich erlebt habe, oder sogar bereits ein fotografisches Motiv, auf das ich durch Zufall auf einer “Exkursion” gestoßen bin.

 

Ein Thema habe ich also schon einmal. Danach fehlen noch der Umfang des Projektes, die beabsichtigte Aussage, der gesellschaftliche Kontext (falls vorhanden) und der Look.

Mein Plan ist es, über zwei Wochen hinweg zu fotografieren und danach etwa einen Tag in die Postproduktion zu stecken. Schließlich sollen circa 10-15 Bilder dabei herauskommen, was dem Umfang einer Reportagestrecke entspricht.

 

Den Look werde ich größtenteils später bestimmen. Bisher weiß ich nur, dass ich in Farbe und gerne morgens und nachmittags fotografieren möchte; entweder bei starkem Sonnenlicht oder bei einem bedeckten Himmel, der für ein sanftes Licht sorgt.

 

Dieser Zusammenhang entsteht dadurch, dass ich, als ich mich für dieses Projekt entschieden habe, nicht nur die Lebendigkeit der Baustelle an sich (trotz der fehlenden Personen) hervorheben wollte, sondern auch,  dass auf Bildern von solchen Orten ohne andere Menschen durchaus etwas fehlt.

Nebenbei stelle ich durch die Tageszeiten, zu denen ich die Bilder aufnehme, eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe: Warum arbeitet hier gerade niemand? Es regnet nicht, der Boden ist nicht mehr gefroren, es ist keine Mittagspause und nach acht Uhr morgens!

 

Diese Frage soll nicht unbedingt eine Kritik an den Bauunternehmen sein, sondern es ist einfach nur meine Neugier, die mich dies fragen lässt – die Wertung überlasse ich dem Betrachter.

Mit derlei Fragen ist es dem Fotografen möglich, seine Persönlichkeit in ein Bild einzubringen; das Konzept dient dem Zweck, dies reflektiert zu tun.

 

Wenn man ein Konzept in den groben Zügen fertiggestellt hat, wird es Zeit, ein Exposé zu schreiben, in dem man alles noch einmal gut verständlich zusammenfasst und das einem eventuellen Auftraggeber alle nötigen Parameter vermittelt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Jonas (Donnerstag, 05 Mai 2016 00:13)

    Klingt schon mal cool, jetzt bin ich angefixt. Wird es von der Serie hier bald was zu sehen geben? :)

  • #2

    Tom Kaiser (Donnerstag, 05 Mai 2016 07:31)

    Auf jeden Fall!