Wege in die Tierfotografie

 Als Jugendlicher, als ich begann, mich der Fotografie zu widmen, habe ich die Tierfotografie noch stark romantisiert – mittlerweile hat mich die Realität eingeholt. Daher habe ich mich nun gefragt, wie man eigentlich traditionellerweise Tierfotograf wird, und das Ganze mal hier aufgeschrieben.

Wenn ich mir heutzutage Bilder eines Tierfotografen ansehe und den Urheber recherchiere, achte ich seit einiger Zeit immer mehr darauf, wie derjenige zu der Entscheidung gekommen ist, sich gerade diesem Gebiet zu widmen.

 

Oft sind deutsche Tierfotografen als Kinder durch Familienmitglieder, die als Jäger oder Förster tätig sind, für die Tierbeobachtung begeistert worden. Dann gibt es solche, die erst mit ihrer Rente in die hobbymäßige Beschäftigung mit dem Thema hineinrutschen. Seltener findet man Personen, die im mittleren Alter über freiwilliges Engagement oder ihren Beruf auf die Idee gekommen sind, in diese Sparte der Fotografie einzusteigen.

 

Es ist ein wenig wie die berühmte “Henne-Ei-Frage”: Was war zuerst da, die Kamera oder das Interesse an Tieren?

 

Egal, wie der Einstieg passiert, die meisten Tierfotografen in Deutschland haben außer der Fotografie noch ein weiteres finanzielles Standbein.

Ich für meinen Teil gehöre zu einer in der Tier- oder Naturfotografie recht seltenen Spezies, da ich zuerst die Kamera in die Hand genommen habe, jetzt auch noch Fotografie studiere und mich schließlich, ohne wegweisende Familienmitglieder (die sind aber dennoch hilfreich – danke dafür), dafür entschieden habe, die Tierfotografie ernsthaft in mein Repertoire aufzunehmen.

 

Die Reihenfolge der Wahl, egal, was man nun zuerst wählt, hat immer Einfluss auf die Art und Weise, wie man fotografiert.

Beispielsweise habe ich durch die Beschäftigung mit der Fotografie bereits einen Blick für etwas, das viele Naturfotografen vernachlässigen, nämlich den Hintergrund, die Szenerie und die Gestaltung an sich.

Auf der anderen Seite fehlen mir Kontakte zu Förstern, Jägern oder sonstigen Tierkennern und ich muss mich erst von der Pike auf an die Tiere mit ihren verschiedenen Verhaltensweisen gewöhnen, was in kurzer Zeit praktisch unmöglich oder nur auf rein theoretische Art machbar ist.

 

Ich persönlich bin trotz dieser Widrigkeiten sehr zufrieden mit meiner Wahl – immerhin erlaubt sie mir, die kindliche Freude an der Tierbeobachtung ganz von Neuem zu erleben!

So gesehen ist es wirklich wie beim Ei und der Henne:

 

Was zuerst da war, ist eigentlich gleichgültig, solange es beide gibt und sie im bekannten evolutionär voranschreitenden Verhältnis zueinander stehen.

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