Fotografie als Erholung vom Fotografieren

Was macht eigentlich ein professioneller Fotograf, wenn er sich von der Arbeit erholen möchte?

 

Weiß ich nicht, aber er sollte fotografieren. Gut, er könnte auch seine Fußballbildchen sortieren, Zeit mit seiner Familie verbringen oder einer sonstigen Freizeitbeschäftigung frönen. 

Warum sollte er also ausgerechnet fotografieren, wenn er sich doch gerade davon erholen will?

Tja, gute Frage!

Als jemand, der ständig andere mit seiner enormen Anzahl an Interessen überrascht, musste ich selber erst einmal mit diesem Gedanken klarkommen, der mir da gekommen war.


Natürlich kennt man die 10.000-Stunden Regel, nach der dieser Zeitraum nötig ist, um in etwas gut zu werden. Aber man kann sicherlich auch nicht immer fotografieren, sondern hat auch noch andere Dinge im Leben, die man verfolgen möchte.

Lasst es mich so formulieren: Als Fotograf sollte man so viel Zeit mit allem, was mit Fotografie zu tun hat, verbringen, wie möglich, ohne dabei andere Prioritäten in seinem Leben zu gefährden.

 

Mir zum Beispiel ist mein Lebensstil wichtig, also bereite ich mein Essen selber zu und halte mich fit –  und wer bin ich denn, dass ich jemanden werten würde, bei dem Fußballsticker nun einmal neben der Fotografie den sekundären Lebensinhalt bilden!

 

Egal, was man macht, es ist immer schwierig, genügend Zeit zum freien Fotografieren zu finden.

Und mit „freies Fotografieren“ meine ich etwas wie freie Projekte, die gut und wichtig sind, um sich an neue Techniken oder Motive heranzutasten, so manchem aber für eine erholende Tätigkeit eventuell zu geplant erscheinen mögen.

 

Ich denke jedoch, dass freie Projekte auch noch freier ausgelegt werden können:

Der Naturfotograf setze sich mal einige Stunden mit einem Familienmitglied oder einem Bekannten nach draußen und versucht, Vögel zu fotografieren. Wer morgens joggen geht, mache doch jeden Morgen ein Bild vom Sonnenaufgang. Wer anderweitig Sport treibt, nehme die Kamera doch einfach zum nächsten Training mit und übe sich darin, schnell zu reagieren, oder, bei langsameren Sportarten, eine kleine Reportage vom Spielablauf, eine Porträtserie etc. zu fotografieren. Wer Kinder hat, mache doch ein paar Bilder beim Spielen fürs Familienalbum. Und wer Fußballbilder sammelt, kann die doppelten Kärtchen bei eBay verkaufen und braucht dafür Fotos.

 

 

Auf diese Weise lässt sich fast jede Beschäftigung mit dem verbinden, was man als Fotograf sowieso ständig tun will (daher hat man ja diesen Beruf gewählt). Oft ergeben sich so ganz neue Themenfelder, in denen und mithilfe derer man sich fotografisch weiterentwickeln kann – man kann die eigene Sichtweise zeigen oder eine ganz neue für sich gewinnen!

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