Warum in die Ferne schweifen...

Ich bin jetzt in Lissabon, um dort mein Auslandssemester zu verleben.
Und obwohl ich erst vorgestern hier angekommen bin, habe ich schon eine Erkenntnis gehabt, die man nur im Ausland haben kann und die gleichzeitig Auslandsaufenthalte für Fotografen eigentlich komplett überflüssig machen würde. Hach, die Ironie ist schon was Schönes...

Natürlich prägt alles, was er unternimmt, einen Menschen fürs gesamte restliche Leben; daher möchte ich auch niemandem ausreden, weiterhin verreisen zu wollen! Loswerden möchte ich diesen Gedanken aber doch.

Ich habe ja bereits einmal im Artikel [Urlaubsbilder – Nach mir die Bilderflut] am Rande davon geschrieben, wie viele Bilder manche Menschen im Urlaub machen – doch woher kommt das?
Es ist die Begeisterung für das Neue, das uns antreibt, nicht wiederholbare Augenblicke festzuhalten.
Kaum sind wir dann wieder zu Hause, setzt der Trott des Alltags wieder ein: Der selbe Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Kindergarten. Jeden Tag von Neuem.

Als Fotograf sollte man aber eher denken: Was würde jemand fotografieren (oder auch nur bemerken), der zum ersten Mal hier ist und denkt, nie wieder die gleiche Gelegenheit zu bekommen?
Und es stimmt ja – die Baustelle, die heute noch da ist, ist vielleicht morgen (oder realistischer, in ein, zwei Monaten) fort.
Jeden Tag verändern sich kleine Dinge in unserem Leben; dies sind Veränderungen, die wir meist gar nicht bemerken, weil unsere Gehirne zu anpassungsfähig sind und über solche Nichtigkeiten einfach hinwegsehen – die meisten Leute würden ja auch in einem Traum einen fleischfarbenen Klumpen als Hand durchgehen lassen!

Vielleicht ist das die beste Lehre, die man aus einem Urlaub ziehen kann: Denke wie ein Tourist, und achte auf Details.

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